Übertritt auf die Oberstufe

Abschlussabend der 6. Klässler

Am Dienstag den 20. Juni lud ich die  6. Klässler zu einem speziellen Abend ein. Gespannt versammelten sich die Schüler in der Kirche mit ihren Begleitpersonen. Nach einer kurzen Einführung waren die angehenden Oberstufenschüler und Schülerinnen eingeladen, sich selber einen Brief zu schreiben. Ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen und schriftlich festzuhalten, was sie aus der Primarschulzeit vermissen werden, auf was sie sich freuen nach den Sommerferien und was ihnen auch noch etwas Angst macht. Mit dieser ungewohnten Aufgabe suchten sie sich im Kirchenraum einen Platz zum Schreiben. Diese Briefe werden sie in einem Jahr per Post erhalten.

Anschliessend trafen sich alle gemütlich auf dem Margrethenplatz zum fröhlichen Beisammensein. Beim gemeinsamen Bräteln, Hauswurz topfen, spielen und schwatzen fand der Abend bei wunderschönem Wetter einen schönen Ausklang. Ich möchte mich bei allen für ihre Unterstützung und Mithilfe recht herzlich bedanken. Ich genoss die freundliche Aufnahme der Schüler und Schülerinnen und ihren Begleitpersonen.

Caroline Buholzer
Juli 2017

 

 

 

Face to face

 

Im Rahmen der Asylwoche von Mitte Juni hatten die SchülerInnen der 6. Klasse eine wortkarge, aber interessante Begegnung mit vier jungen Männern, die aus Afghanistan geflohen waren und vorläufig im Gemeindehaus leben. Die Schüler waren neugierig und stellten den "Referenten" viele Fragen, teils persönliche, bei denen ich selber zuerst mal mit der Schulter zucken musste. Aber die jungen Menschen aus einer muslimischen Kultur zeigten sich sehr freundlich und gaben Antworten, soweit es ihre sprachlichen Möglichkeiten erlaubten.
Wir haben auch zusammen Spiele gespielt und unter anderem, dank dem Interne, auch die wunderschöne Landschaft Afghanistans erkundet. Nach einer Vorführung des täglichen Gebets auf arabisch, konnten die Schüler mit dem ?Vater unser? auf deutsch ergänzen. Noch nie habe ich die Schüler so flüssig und überzeugend das Gebet sprechen hören... Ganz toll!
Am Schluss habe ich mich bei den Gästen für den Besuch mit Schokolade bedankt und mich in letzter Minute daran erinnert, dass meine freundliche Geste nach dem Ramadan (Fastenzeit) vielleicht besser angekommen wäre.

Aurel Bojescu, Religionspädagoge
Juli/August 2016

 

 

 

 

Ich bin auch ein Flüchtling...

Juni 2016

Als Religionspädagoge kenne ich viele Flüchtlingsgeschichten und diese stammen aus der Bibel. Zum Beispiel die Flucht Mose aus Ägypten und die Flucht Maria und Josefs mit dem Jesuskind nach Ägypten. Oder der Prophet Jona, der vor seinem Auftrag flüchtet und zuerst Gott gar nicht gehorchen will, um in Ninive Umkehr zu predigen.

Ich bin auch ein Flüchtling. Ich flüchte vor Verantwortung bei der Hausarbeit und überlasse meiner Frau die lästige Wäsche und das Bügeln. Ich kenne nahe Personen, die Zuflucht in die Welt der Drogen nehmen oder Jugendliche, die von der Schule gelangweilt oder überfordert in die Welt der Games flüchten. Es ist zwar länger her, aber ich kannte jemanden, der in den Alkohol flüchtete.
Liest man die Zeitung, steht auch dort von Wirtschaftsflüchtlingen, die ihr Geld in Steuerparadiese retten wollen, ob Panama, USA oder in die Schweiz. Sie kennen sicher auch Menschen in Ihrer nahen Umgebung, die ständig vor der Wahrheit oder Verantwortung fliehen.

In Ballwil haben wir junge Menschen, die real auf der Flucht sind und jetzt, hier bei uns, vorübergehend Sicherheit gefunden haben. Mögen sie hier ein Stück Geborgenheit finden. So bekommen biblische Geschichten einen konkreten Bezug zum Alltag.

Aurel Bojescu, Religionspädagoge

Juni 2016

 

 

Welche Botschaft hätten Propheten in unserer Zeit?

Mai 2015

Was würden Sie der Welt sagen, wenn Sie die Gelegenheit hätten, vor der UNO oder vor dem Parlament zu sprechen? Welche Herzensanliegen würden Sie mit Leidenschaft und Eifer vorbringen? Ist es das Klima, das Ihnen Sorge bereitet oder doch eher religiös-motivierte Kriege? Wäre es der Hunger auf der Welt oder der Waffenhandel? Oder würden Sie lieber hier in der Nähe gegen Wasserverschwendung oder gegen Litter-ing (weggeworfener Müll wie Aludosen, Bierflaschen oder Chipstüten im Weideland) Ihre Stimme erheben?


Die Schüler der 6. Klasse machen sich im Rahmen des Religoionsunterrichts und als Abschluss der Primarschulzeit Gedanken darüber, was wohl *Prophetinnen und Propheten (*aufmerksame Menschen, die laut und selbstlos Gottes Herzensanliegen in die Welt rufen) in unserer Zeit für eine Botschaft hätten.
Verpackt als Schreibwettbewerb werden ausgesuchte Schülerarbeiten in der nächsten Kontaktausgabe publiziert. Bis dann haben Sie selber noch Zeit, als Bote Gottes sich für das Reich Gottes auf *der Erde einzusetzen. (*Für mich kommt eben nur unsere Erde in Frage.) Und für Sie?

Aurel Bojescu, Religionspädagoge

 

Religionsunterricht - heute

Propheten Gottes sein!
Propheten sind Menschen, die hellsichtig und hellhörig sind auf die Stimme Gottes. Was würde Gott uns heute sagen?
Die 6.Klässler haben als "Propheten" eine Rede an die Menschheit geschrieben. Bewertet wurde der Inhalt, der Aufbau, die Sprache, die Aktualität und der sprachliche Ausdruck.
Ausgezeichnet wurden:
1. Platz: Ronja Hofstetter (Thema Wasser)
2. Platz: Simon Barmet (Thema Littering ? Vermüllung) 3. Platz: Philipp von Rickenbach (Thema Kinderarbeit
              und Rohstoffabbau).
DieSieger/innen erhalten einen Preis. All den Schülern und Schülerinnen, die sich mit einer Thematik im Bereich Gerechtigkeit und Umweltschutz auseinandergesetzt haben, möchte ich mich auch im Namen unseres Pfarrers P. Christian Lorenz ganz herzlich bedanken. Es freut uns, dass sie offene Augen und Ohren haben und zur Schöpfung Sorge tragen.

Siegertext von Ronja Hofstetter zum Thema Wasser
Nicht überall auf der Welt gibt es so viel Wasser wie in der Schweiz. Sie gilt als das Wasserschloss Europas. In anderen Ländern wie Indien, Afrika oder Südamerika reicht das Wasser nicht mal für den täglichen Bedarf der Menschen. Dazu kommen ja noch Tiere, Felder und Pflanzen. Hier kann ich einfach den Wasserhahn aufdrehen und dann kommt Wasser. Oft frage ich mich gar nicht, ob es klug ist, während dem Abwasch oder beim Zähneputzen das Wasser laufen zu lassen. Ich (ver)brauche es ohne daran zu denken, wie oft und wie viel ich Wasser verschwende. Wenn ich das Wasser zum Waschen, Trinken, Kochen und fürs tägliche Wohl brauche, dann ist das völlig in Ordnung. Aber es ist natürlich unfair, wenn nicht alle Leute genug Wasser zur freien Verfügung haben und ich das Wasser für etwas Unnötiges verschwende. Es kann sein, dass in dieser Sekunde jemand an Durst leidet. Wenn ich zum Beispiel ein Mal dusche, statt drei Mal ein Bad zu nehmen, dann ist es in Ordnung.
Das ändert aber leider noch nichts an der Situation auf der ganzen Welt. Was etwas bewegen könnte, wäre zum Beispiel, wenn grosse Produzenten nicht unheimlich viel Wasser für die übermässige Produktion auf Plantagen verwenden würden, die nur zu Profitzwecken und nicht zur Ernährung ihrer Bürger dienen würden. Das gibt dann halt eine Kettenreaktion auf Kosten der armen Bevölkerung in diesen Ländern.
Was nützt es zu sagen: ?Ich ändere etwas?, wenn es gar nicht stimmt. Ich kann aber bewusst das Wasser schätzen. Deshalb achte ich heute und in Zukunft mehr darauf, wie viel Wasser ich brauche und ob es in dieser Situation wirklich nötig ist.

Ronja Hofstetter, 6. Klasse, (Lehrerin Petra Fässler)

Gedankenanstoss: Weiss ich, woher mein Trinkwasser kommt? Weiss ich, wie hoch der tägliche Wasserverbrauch in der Schweiz ist?
Infos zum Wasser unter  www.helvetas.ch , www.wwz.ch und ?water? (Film auf DVD und Youtube)

Aurel Bojescu, Religionspädagoge



Warum macht Religionsunterricht Sinn?

Dezember 2014
Auf der Mittelstufe erteile ich gerne den Religionsunterricht (RU) und die Schüler kommen auch gerne. Auch wenn der RU meistens am Rand des Stundenplanes ist, finde ich ihn sehr zentral. Als Bildungsangebot will der RU dazu beitragen, das Bild, das wir von der Welt und von uns haben, zu ergänzen. Gerne zitiere ich dazu eine reformierte Berufskollegin:
"Religionsunterricht ist nicht einfach Wissensvermittlung. Zentral geht es darum, Kinder und Jugendliche zu sensibilisieren, sich ihren religiösen Fragestellungen bewusst zu werden und darüber zu diskutieren. Wer religiös dialogfähig ist, übt sich in Toleranz und ist somit weniger anfällig gegenüber fundamentalistischem Gedankengut. Kirchlicher Religionsunterricht hilft, Vertrauen in sich selber, in die Mitmenschen und in Gott aufzubauen. Er soll Kinder und Jugendliche zu einem vertieften Verständnis der Bibel, der eigenen Religion und Konfession begleiten." (Auszug aus einem Artikel "Warum macht Religionsunterricht Sinn?" von Esther Hug, Ressortverantwortliche.)

Aurel Bojescu, Religionslehrperson

 

 

Abschlussritual für 6. Klässler

Abschlussritual für 6. Klässler

Juni 2013
Die Schüler der 6. Klasse stehen vor einem Schulwechsel. Auch sonst sind Veränderungen im Leben eher die Regel als die Ausnahme. Die bevorstehende Veränderung, den Übertritt in die Sekstufe nach Eschenbach, haben die Schüler symbolisch mit einer Wanderung durch den Wald begangen. Dabei haben verschiedene Erlebnisse ihren Eindruck hinterlassen. So zum Beispiel, das Alleine-Dasitzen bei einem Baum, die Überquerung eines Baches bei fehlender Brücke, Kreisspiele, Rückblick mit Film und Bilder, das Zerschneiden eines Seils, eine Besinnung in der Kirche, ein Wunsch der Eltern an die Kinder, UND, ein feines Essen durfte nicht fehlen.

Wir wünschen allen Kindern und ihren Eltern Mut zum Loslassen und Mut zum Neuanfang!

Leben ist Veränderung und Gott, ja, der geht mit.

Aurel Bojescu

 

NaturArt

Die Schüler der 6. Klasse haben zum Thema Kreuzwege aus verschiedenen Naturmaterialien rund um den Pausenplatz Kreuze gestaltet und ihnen Namen gegeben. Denn nicht nur Menschen erleiden Ungerechtigkeiten, sondern auch die Natur. Der Umgang mit Leid kann auch kreative Prozesse auslösen, nach dem Motto: Not macht erfinderisch! Mehr über Naturart aus dem Religionsunterricht:

http://schulkunst.jimdo.com/startseite/naturart/?logout=1

Aurel Bojescu, Religionspädagoge