Auf Wiedersehen P. Christian

Eine wunderbare Feier für die ganze Bevölkerung
Am 10. Januar 2016 war die ganze Bevölkerung zur "Auf-Wiedersehens-Feier" von Pater Christian Lorenz eingeladen. Während den gesamten Vorbereitungen zur Feier durften wir bei den Vereinen und in der Bevölkerung ein sehr grosses Engagement für diese Feier spüren. Wir danken allen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz und allen Gästen für ihr Erscheinen. Es war eine wunderbare Feier, zu der viele Hände etwas beigetragen haben. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Die OK-Mitglieder und der Kirchenrat

Einzug zum Festgottesdienst
Fürbitten von Fabo-Kindern
Überraschung!
Geschenk an P. Christian: Stern aus Kirchenbank geschnitten
Voller Festsaal im Gemeindehaus
Feiern macht müde!
Thomas Odermatt dankt dem OK.
Schnittmengenlehre mit Gemeindepräsident Benno Büeler

Ein Fotobuch mit weiteren Bildern liegt in der nächsten Zeit in der Kirche auf.
Christian Plaschy, Patenkind von Pater Christian, hat einen Film zur "Auf-Wiedersehen-Feier" gemacht: https://

https://www.youtube.com/watch?v=L8-3rhVUmVg

 

 

Einladung zur "Auf Wiedersehen-Feier" mit P. Christian

30 JAHRE PATER CHRISTIAN IN BALLWIL

Ein Rückblick
Seit dem 1. Dezember 1985 leitet Pater Christian Lorenz die Pfarrei Ballwil. In der 30-jährigen Tätigkeit hat er die Gemeinde geprägt. Christian betont aber auch immer wieder: "Es muss auf beiden Seiten stimmen, damit das Gelingen kann, was in Ballwil gelungen ist". Zeit also, für einen Rückblick.

Pater Christian Lorenz wurde durch eine Pfarrwahlkommission in sein Amt gewählt. Mit dabei in der Pfarrwahlkommission war auch Baron Louis Waldemar von Sonnenberg. Dieser teilte Christian nach Abschluss des Wahlprozederes die Wahl mit. Am 1. Dezember 1985 fand die Pfarrinstallation durch den Dekan Anton Bossart statt. Bereits damals fand die "weltliche" Feier im Gemeindesaal statt. Pater Christian wurde mit Ross und Kutsche von der Kirche in den Gemeindesaal gefahren.

Kirche für und mit der Basis
"Die Kirche muss bei der Basis bleiben und nicht von einem Sockel herab auf die Basis schauen", sagte Pater Christian anlässlich der Kirchgemeindeversammlung vom 30. November 2015. Diese Aussage könnte man als Motto für die Arbeit von Pater Christian bezeichnen. Das Arbeiten mit und an der Basis waren für ihn während den 30 Jahren eine Herzensangelegenheit. Die Zusammenarbeit mit dem Pfarreirat war ihm zum Beispiel besonders wichtig. Zusammen mit den Pfarreiratsmitgliedern konnte so manches Projekt umgesetzt werden. Auch bei den Familiengottesdiensten etablierte sich eine Gruppe, welche die regelmässigen Familiengottesdienste organisierte. Wichtig waren ihm auch die Gottesdienste ausserhalb der Kirche ? in den «Aussenposten» der Gemeinde Ballwil. So fanden jährlich Gottesdienste in Gibelflüh, Ottenhusen und Gerligen statt.

Kirche für Alt und Jung
Dass wir heute eine Pfarrei für Jung und Alt haben, macht auch die von Benno Büeler und Pater Christian initiierte aktive Pfadi Ballwil deutlich. Mit dem Pfadi- und Jugendhuus wurde vor gut einem Jahr eine Vision von Christian Wirklichkeit. Endlich haben die Jugendlichen der Gemeinde einen Ort, um sich zu treffen. Im Pfadi- und Jugendhuus finden heute auch kirchliche Sitzungen wie z.B. die Vorbereitungen für die Erstkommunion statt.
Christian schaffte es auch immer wieder, Jugendliche für den Gottesdienst zu begeistern. Als Fasnachtsliebhaber lag ihm beispielsweise der Fasnachtsgottesdienst mit der Juguba sehr am Herzen. Aber auch die Einführung der Firmung 17plus im Jahre 2002 stiess nach anfänglicher Skepsis bei den Jungen auf ein positives Echo. Sie können nun nach einer Vorbereitungszeit selber entscheiden, ob sie sich firmen lassen wollen oder nicht. Er setzte sich aber nicht nur für die Jungen, sondern auch für die alten Menschen ein. So war und ist ihm das «Frohe Alter» und deren Aktivitäten ein grosses Anliegen. Auch feierte er immer gerne mit den älteren Generationen Weihnachten, und er führte die Kommunionfeier für ältere Menschen im Ambar ein. Zudem feierte er immer wieder Gottesdienst im Altersheim in Eschenbach. Die Nähe zu den Menschen, egal ob Jung oder Alt, waren für Pater Christian immer von hoher Bedeutung.

Behindertenseelsorge
Wer sich am Beispiel von Jesus Christus orientiert wie Pater Christian, setzt sich auch für Benachteiligte und in Not geratene Menschen ein. Christian war bereits vor seiner Tätigkeit in Ballwil an der Schule für Gehörlose in Hohenrain tätig. Als Gehörlosenseelsorger schaffte er es immer wieder, diese in die Ballwiler Pfarrgemeinschaft zu integrieren. Unvergessen ist mir persönlich der Gottesdienst mit dem Zürcher Mimenchor.
Neben der Tätigkeit als Pfarrer von Ballwil und Gehörlosenseelsorger war Christian während zehn Jahren auch als Notfallseelsorger im Kanton Luzern tätig. Diese Aufgabe war für ihn ab und zu eine Grenzerfahrung.

Glockenweihe - ein grosses Highlight
Es kommt nicht alle Tage vor, dass eine Kirchturmglocke erneuert werden muss. Am 22. Juni 2008 war es aber in der Gemeinde Ballwil soweit und eine Glocke aus dem Jahre 1816 musste ersetzt werden.

An diesem Tag durfte die neue Glocke zum Turm der Pfarrkirche St. Margaretha hochgezogen werden. Ganz im Sinne der Pfarrei Ballwil ist die Glocke der Ökumene gewidmet. Zusätzlich zum Hauptbild der Heiligen Margaretha ziert das ökumenische Völkermahl die Glocke. 50 Personen aus der Pfarrei nahmen bereits am 8. Februar 2008 am zeremoniellen Glockenguss der neuen Glocke teil. Gelebte Ökumene fand dabei statt: Gleichzeitig wurden zwölf kleinere Glocken für eine orthodoxe Kirche aus Rumänien gegossen. Beim Glockenguss wurde gemeinsam für den Frieden und das Verbreiten von guten Botschaften gebetet - und auch für ein langes Leben der Glocken. Der Glockenguss, die Glockenweihe und das Fest in Ballwil waren einmalig in der Laufbahn von Pater Christian.


Glockenweihe am 22. Juni 2008 in der Pfarrkirche.


Regelmässige Wallfahrten

Die "Wallfahrt" zum Glockenguss war nur eine Wallfahrt unter vielen. "Wallfahrten stärken die Gemeinschaft", pflegt Pater Christian zu sagen. Diese Gemeinschaft wurde an vielen Wallfahrten, zum Beispiel nach Sachseln zu Bruder Klaus oder nach Auw AG zu Sr. Maria Bernarda gepflegt ? aber selbstverständlich auch das Gebet.
Weitere Wallfahrten führten nach La Salette, dem Gründungsort des Salettiner-Ordens, welchem Pater
Christian angehört sowie auch Lourdes und Ars in Frankreich. Die letzte grosse Wallfahrt führte nach Assisi in Italien. Diese Reise war für die Ministranten wie auch für die Erwachsenen ein eindrückliches Erlebnis.
Neben diesen Wallfahrten wurden auch Pfarreireisen organisiert. So gab es 1994 eine Reise nach Israel. Aber auch in Ballwil wurde einiges organisiert.
1997 gab es ein «Intermezzo Jahr» zum 150-jährigen Bestehen der Pfarrkirche St. Margaretha. Zehn Jahre später wurden 160 Jahre "Dank & Tankstelle Pfarrkirche" gefeiert. Nach weiteren drei Jahren, 2010, konnte der 200. Geburtstag von Pfarrer Xaver Herzog gefeiert werden.

Kirchenchor - ein wichtiger Verein
Selbstredend sind für einen Pfarrer die kirchlichen Vereine wichtig. Ein besonderer Verein bildet dabei der Kirchenchor. Fast während seiner ganzen 30 Amtsjahre wurde der Kirchenchor von Josef Estermann geleitet und erfreute während zahlreichen Messen die Gottesdienstbesucher. Neben den vielen kirchlichen «Pflichtübungen» erfreute der Kirchenchor Ballwil aber auch mit zahlreichen Konzerten. Das erste grosse Konzert stand bereits 1990 mit dem 75-Jahre-Jubiläum an. Mit dem 100-Jahre-Jubiläum im 2015 hatte der Kirchenchor Ballwil seinen zehnten grossen Auftritt seit dem Jubiläumsjahr 1990.
Er wusste es zu schätzen, dass die Musikgesellschaft, die Trachtengruppe und ihr Chor wie auch der Männerchor sich für die traditionellen Feste engagierten.

Statistik zeigt viel...
Statistisch betrachtet hat Pater Christian während 30 Jahren und zwei Monaten die Pfarrei Ballwil geleitet. In Wochen gerechnet sind das 1?574 Wochen. Mit wöchentlich drei Gottesdiensten gerechnet, hat Pater Christian wohl über 4?000 Gottesdienste gefeiert (etwas Ferienzeit ist dabei abgezogen). In dieser Zeit hat Pater Christian auch über 1?000 Kinder getauft und sie so in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen ? am liebsten tat er dies während eines Gottesdienstes. So konnten die jungen Gläubigen im wahr-sten Sinne des Wortes in die Gemeinschaft aufgenommen werden. Er hat in dieser Zeit wohl auch über 1?000 Kinder auf ihrem Weg zur Erstkommunion begleitet und mit einigen hundert Jugendlichen die Firmung gefeiert. Hochzeiten innerhalb der Pfarrei, bei welchen Pater Christian als Traupriester eingetragen ist, waren es 148, Beerdigungen waren es 406.

...aber nicht das Wesentliche
Wichtig sind aber nicht diese Zahlen. Wichtig ist das Leben, der Umgang mit den Menschen, das Verständ-nis für die Seelsorge und die Emotionen. Da hatten wir Ballwilerinnen und Ballwiler in den letzten 30 Jahren einen Wegbegleiter, dem die Seelsorge eine Herzensangelegenheit war. In vielem konnte man spüren, dass er die Menschen mag ? egal woher sie kommen und welchen Hintergrund sie haben. Mich erinnert er an den Vater des «verlorenen Sohnes»: Jeder hat eine zweite Chance verdient, wenn er dazu bereit ist. Pater Christian hat seine Aufgabe als Dienst am Menschen verstanden und diesen Auftrag mit viel Hingabe ausgeführt. Es war einfach, sich durch ihn begeistern zu lassen ? seine Missio hat er sehr gut wahrgenommen. Die Herzlichkeit, die Offenheit, das Engagement und die Beständigkeit haben zu einem aktiven und lebendigen Pfarreileben geführt. Zu einem Pfarreileben, welches die zukünftigen Herausforderungen mit Mut, Offenheit und eigener Tatkraft angeht. Er hat Ballwil zu einer Pfarrei geformt, in welcher auch unter erschwerten kirchlichen Bedingungen die zwischenmenschliche Seelsorge funktioniert.
Danke, Pater Christian, dass du uns über so lange Zeit begleitet hast.

Christoph Hug, Vize-Präsident Kirchenrat

 

Pater Christian schliesst eines von über 1000 getauften Kindern in seine Arme.