Kapelle Gerligen

Am Brandbach an der Verbindungsstrasse Ballwil - Inwil, ist als kleine Oase die Wegkapelle Gerligen eingebettet. 1919 wurde die Kapelle im Auftrag des damaligen Pfarrers von Ballwil, Alois Rebsamen, neu aufgebaut. Eine eigens dafür errichtete Stiftung von 1920 gewährt, dass dieses christliche Bauwerk auf über die nächsten Generationen hinaus sein Dasein gesichert hat.

Auf das erste Hinsehen hin ein scheinbar "unbedeutender Kapellenstandort" - doch hat dieser Platz doch einen historisch-geschichtlichen Hintergrund. Bis 1989 stand neben der Kapelle ein über 120-jähriger Lindenbaum. Kapelle und Lindenbaum deuten auf frühere alemannische Gerichtsplätze hin.

Wie aus Akten hervorging fanden für das Gemeinwesen "Hof Mettenwil" - zu dem Gerligen gehörte - nach alter alemannischer Sitte Gerichtsverhandlungen "auf der Matte am Bach" statt, so unter anderem auch am Andreastag 1695. "Hof Mettenwil" - dem Amt Rothenburg zugehörig - war bis 1814 eine selbständige Gemeinde, danach wurde sie in "Gemeinde Ballwil" umbenannt.

Die heutige Kapelle besitzt einen holzgeschnitzten Altar mit einem Gemälde (Maria mit Kind) des Luzerner Malers Jean Danner.

Der Weiler Gerligen ist nun zwischenzeitlich zu einer Wohnzone mit ländlichem Charakter gewachsen. Die Kapelle, "im Zentrum" geblieben, wird von Anwohnern im Auftrag der Kirchenverwaltung Ballwil liebevoll betreut.

Dieser Text stammt von Joseph Bühlmann (120jährige Linde, Gerligen, SB, 1989), aus dem Archiv der Pfarrei Ballwil.